Meine ganz persönliche Währungsreform

Die Zeit zwischen 1945 und 1948 war eine Zeit großer Verunsicherung, auch was das Ersparte betraf. Wieviel würde es nach der Währungsreform Wert sein? Dörte Bünger erinnert sich:

1948 war ich gerade mal sechs Jahre alt, dennoch ist etwas aus dieser Zeit in meinem Gedächtnis haften geblieben, und immer, wenn ich meinen Setzkasten an der Wand anschaue, muss ich daran denken. Denn dort bewahre ich die Relikte von 1948 heute noch auf.

Nachdem die Ausgabe der Erstausstattung mit der neuen DM erfolgt war, durften etwas später auch Sparbücher auf die neue Währung umgeschrieben werden. Auch ich hatte so ein Sparbuch. Auf dieses Konto wurden all die kleinen Beträge eingezahlt, die anlässlich von Taufe, Geburtstagen oder sonstigen Gelegenheiten anfielen. Eines Tages nahm mich meine Mutter an die Hand und wir gingen zur Sparkasse in die Bahnhofstraße. Dort ließ Mutti die Sparbücher der Familie umschreiben. Zwar weiß ich nicht mehr, wie das im Einzelnen vonstatten ging, aber ich erinnere noch, dass wir von der Sparkasse gleich nach nebenan ins Textilhaus Niemann gegangen sind. Dort bekam ich eine winzige Holzeisenbahn und ein paar winzige, aus Leder gefertigte Sandalen, die man sich an den Mantel oder an die Wand hängen konnte. Beides gab sie mir mit den Worten: ‘Das ist alles, was von Deinem Sparbuch übrig ist’“

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