Gemeinde-Schwesternstation Reinbek

Um 1900 schlossen sich einige Reinbeker Bürger zusammen, um für Reinbek eine Gemeinde-Schwesternstation ins Leben zu rufen. Aufgabe dieser Station war die Hauspflege der Kranken in Reinbek, Schönningstedt, Ohe und Glinde sowie der Betrieb einer „Warteschule“ (Kindergarten) in der Lindenstraße. Gisela Hackbarth berichtet:

Die Schwestern wurden aus den Diakonissenmutterhäusern in Altona und Ludwigslust entsandt. Seit 1922 kamen die Gemeindeschwestern in Reinbek aus dem Mutterhaus „Bethanien“ in Kropp bei Schleswig. Zur gleichen Zeit wurde die Schwesternstation von der Lindenstraße in die Bismarckstraße in ein Gebäude verlegt, das von Herrn Dr. Odefey zur Verfügung gestellt wurde.

Als im Jahre 1956 das Haus von Herrn Dr. Odefey verkauft wurde, stellte das Ehepaar Hertzig sein Haus im Völckerspark Nr. 6 den Gemeindeschwestern als Schwesternheim zur Verfügung.

Mit der Krankenpflege war bis 1932 ein Kindergarten und von 1931 bis 1933 eine Volksküche verbunden.

Die Gemeinden Schönningstedt, Ohe und Glinde erhielten nach dem 2. Weltkrieg eine eigene Station. Im Jahr 1963 waren die Gemeindeschwestern Frieda Zinn und Dorothea Albrecht in Reinbek tätig.

Über den Umfang der damals geleisteten Arbeit möge nachfolgende Statistik aus dem Jahr 1962 einen Einblick geben. Reinbek hatte zu dieser Zeit ca. 11.000 Einwohner.

Gepflegte Kranke: 173
Dauerkranke: 20
Hilfeleistung am Krankenbett: 3.497
Allgemeine Hausbesuche: 422
Säuglingsbesuche: 142
Ärztlicher Hilfsdienst: 1541
Injektionen: 1295
Massagen: 61
Verbände: 185

Dieser Dienst wurde von den Schwestern unentgeltlich in allen Häusern Reinbeks, in die sie ge-rufen wurden, ohne Unterschied der Konfession geleistet. Die letzte in Reinbek tätige Diakonisse war Frieda Zinn. Sie begann ihren Dienst im Jahr 1930. Im Jahr 1971 kehrte sie in die Obhut ihres Mutterhauses Kropp bei Schleswig zurück. Vielen älteren Reinbekern ist Schwester Frieda in ihrer Tracht und auf dem Fahrrad unterwegs noch in guter Erinnerung. Träger der Schwesterstation ist die Ev.-Luth. Kirchengemeinde und die Stadt Reinbek.

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