Nahversorgung in Hinschendorf

Wulffried Jedicke, 1968 nach Reinbek gezogen, erzählt von den Nahversorgern, also von Schlachtern und Krämern in Hinschendorf: 

Im Ortsteil Hinschendorf gab es damals eine ganze Reihe von Nahversorgungsgeschäften fast aller Bereiche des täglichen Bedarfs, von denen heute keines mehr besteht.

Besonders zu erwähnen ist die Geschäftsansammlung am Kreutzkamp beim Störmerweg:

- Die Filiale der Schlachterei Grothe an der Kreuzung beherbergte nach der Schließung (ca. 1976) verschiedene Büronutzungen

- Der Lebensmittelladen des Edeka-Kaufmanns Marbach im Kreutzkamp 36 wurde in den 70er Jahren noch durch einen Anbau auf 100 qm Verkaufsfläche erweitert, trotzdem wenige Jahre später (1982) geschlossen.

Lebensmittelladen in Hinschendorf
Lebensmittelladen in Hinschendorf

- Gegenüber gab es zwei Läden: Links, bis in die 70er Jahre, Schlachter Schröder (vormals Eichholz), rechts das Friseurgeschäft von Frau Moss.

- Das Milchgeschäft der Familie Schmid am Kreutzkamp 16 ergänzte nach der Schließung der vorgenannten Lebensmittelanbieter auf der sehr begrenzten Fläche noch sein Sortiment und richtete einen Lieferdienst ein. Es kam, wie die anderen, gegen die Attraktivität des damals noch modernen Einkaufszentrums aber schließlich ebenfalls nicht mehr an, wurde vor ca. 10 Jahren geschlossen und zur Wohnung umgebaut.

- Auch bei der hier gegenüberliegenden kleinen Gärtnerei Bruhns mit Blumen- und Pflanzenverkauf fand sich für das bejahrte Ehepaar kein Nachfolger.

- Mit dem für Ortskundige wohlbekannten Gemischtwarengeschäft Ecke Störmerweg/Wittenkamp wurde im Herbst 2001 der letzte echte Nachbarschaftsladen geschlossen. Die Inhaberin, Frau Wendelgard Lehmann, hatte dort 1946 als Lehrling begonnen und nun, nach 56 Jahren, die Schaufenstervorhänge zugezogen.

- Am Holländerberg, neben der Fußgängerbrücke über die Hamburger Straße zum Ladenzentrum, gab es noch zwei Geschäfte, von denen die Drogerie bereits in den 80er Jahren zur Wohnung umgewandelt wurde, während der Friseursalon Werpup (vormals Breuer) erst kürzlich an den S-Bahnhof Reinbek zog.

Diese ‘Chronik’ ist auf einen kleinen Stadtteil und einen Zeitabschnitt von dreieinhalb Jahrzehnten begrenzt und gibt doch ein Bild der gravierenden Veränderungen der Handelslandschaft und Einkaufsgewohnheiten in dieser Zeit.“

Ein Gedanke zu “Nahversorgung in Hinschendorf

  1. Pingback: Siedlung Hinschendorf - Reinbeker Geschichten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.