Sanitätsdienst im Zweiten Weltkrieg

Im Rahmen der Operation Gomorrha kam es am 27. und 28. Juli 1943 zu einem Feuersturm in Hamburg. Eine Sanitäterin berichtet, Gisela Hackbarth hat mitgeschrieben:

Als junge Frau arbeitete ich in einem Büro in Bergedorf. Nach der schweren Bombardierung Hamburgs und dem Feuersturm im Juli 1943 musste ich meine Arbeit liegen lassen und wurde zum Einsatz beordert. Die damalige Volksschule in Reinbek, heute das Gebäude der Volkshochschule in der Klosterbergenstraße, war als Lazarett hergerichtet. Hierher wurden viele der Verletzten gebracht. Sie hatten überwiegend großflächige Brandwunden. Es waren zu viele Verletzte. Wir konnten die Wunden gar nicht so behandeln, wie wir es gelernt hatten. Wir haben die Wunden aufgeschnitten, mit Salbe eingeschmiert und verbunden. Tagelang. Es war nicht einfach für mich. Ich war ja noch so jung.

Unvergesslich ist mir auch das Erlebnis mit einem älteren Mann. Er hatte einen Leistenbruch. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Da forderte er mich auf: ‘Komm, Mädchen, hilf mir mal, drück mir das wieder rein’. Wir konnten ihn nicht richtig verbinden, denn wir hatten kein Bruchband. Mit Handtuch und Sicherheitsnadeln haben wir uns behelfen müssen.

Zum Glück gab es im Lazarett genügend Material für die Verletzten. Es gab Verbandsmaterial, Medikamente und aus Hamburg bekamen wir Lebensmittel, auch Milch und Butter. Die Schule hatte eine Küche, in der Essen gekocht werden konnte.

Anders war das 1945. Zu den Ausgebombten aus Hamburg kamen die vielen Flüchtlinge. Ich habe in den Baracken am Ende der Kückallee Dienst gemacht. Aber helfen konnten wir nicht. Wir hatten nichts. Es gab nichts: keine Lebensmittel, keine Kleidung, nichts. Das war bitter.“

Ein Gedanke zu “Sanitätsdienst im Zweiten Weltkrieg

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