Die ev.-luth. Maria-Magdalenen-Kirche

Die neugotische Maria-Magdalenen-Kirche an der Schönningstedter Straße/Kirchenallee ist die älteste Kirche Reinbeks.

Als 1894/98 die Gemeinden Reinbek, Schönningstedt, Ohe, Glinde und Wentorf eine selbständige Kirchengemeinde wurden, also nicht mehr zu Steinbek gehörten, war man bestrebt, eine eigene Kirche zu bauen. Bisher hatte es Gottesdienste in Steinbek (heute Hamburg-Billstedt) oder einmal im Monat in der Reinbeker Schlosskapelle gegeben.

Der Maurermeister Carl Ohl aus Reinbek baute die neugotische Saalkirche nach den Plänen des Hamburger Architekten Hugo Groothoff. Am 21. Juli 1901 wurde sie geweiht. Aus der alten Schlosskapelle wurden verschiedene Gegenstände übernommen. Einiges davon ist auch heute noch im Innenraum der Kirche zu sehen. So sind die geschnitzten Renaissance-Figuren aus Eichenholz — Glaube, Liebe, Hoffnung — an der Kanzel angebracht. Petrus und Paulus sowie der „Triumphierende Christus“ befinden sich heute an der rechten Seitenwand und Moses am Fuß des Lesepultes.

Kanzel der Maria-Magdalenen-Kirche. Foto: Stadtarchiv Reinbek.

Die drei Kirchenglocken wurden gestiftet; die beiden größeren musste man 1917 aber zum Einschmelzen abgeben. Erst 1923 konnten sie ersetzt werden. Auch im 2. Weltkrieg gingen die Glocken verloren. Ab 1948 hingen dann drei Stahlgussglocken im Turm.

Die kleine Bronzeglocke von 1901, die beide Kriege überdauerte, hängt heute im hölzernen Glockenturm auf dem Reinbeker Friedhof. Es zeigte sich in den 1980er Jahren, dass das Geläut aus Eisenhartguss ermüdet war; am 18.12.1988 konnten vier neue Bronzeglocken geweiht werden. Ihr Kauf war durch Spenden ermöglicht worden.

1951 erhielt die Kirche eine neue Ausmalung. 1969 dann wurden von der Firma Ernst Scharf, Karlsruhe, nach Entwürfen von Prof. Klaus Arnold drei neue Altar- und 16 Seitenfenster hergestellt. Zu diesem Zeitpunkt erhielt das Gotteshaus auch den Namen Maria-Magdalenen-Kirche, in Anlehnung an das bis 1529 in Reinbek bestehende Kloster.

Die Maria-Magdalenen-Kirche. © An-d via Wikimedia Commons (2013)

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