Die Friedhöfe in Reinbek

Reinbek gehörte über mehrere Jahrhunderte zur Kirchengemeinde Kirchsteinbek. Dort fanden die Gottesdienste statt und bei der Kirche lag auch der Friedhof für das gesamte Kirchspiel. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts entstand ein Friedhof in Reinbek.

Begräbniskapelle der Familie Schramm. Friedhof an der Klosterbergenstraße. Foto: Stadtarchiv Reinbek.

Den Grundstein für den heutigen Friedhof legte der Kaufmann Adolph Schramm, der zu Lebzeiten ebenfalls ein Erholungsheim — das spätere Krankenhaus — stiftete. Er setzte in seinem Testament eine Summe fest für eine christliche Begräbnisstätte. Nach seinem Tod kaufte seine Witwe im Jahr 1884 ein Grundstück an der Klosterbergenstraße. Auf dem Gelände wurde die noch heute bestehende Kapelle der Familie Schramm errichtet. 1889 überließ die Familie einen Großteil des Grundstücks der damaligen Gemeinde Reinbek als Schenkung. 

Im vorderen Teil des Friedhofs stand seit 1891 eine Begräbnis‑Kapelle, die wegen Baufälligkeit 1930 abgebrochen werden musste. Sie wurde durch einen Backsteinbau im expressionistischen Stil mit Spitzbogen ersetzt. Das ist heute der Raum für Trauerfeiern. Seit 1993 steht er unter Denkmalschutz. Der von Linden umsäumte Platz der alten Kapelle ist auch jetzt noch gut zu erkennen. 

Die Kapelle des Friedhofs an der Klosterbergenstraße. Foto: Stadtarchiv Reinbek.

Bis 1921 gehörte der Friedhof der Gemeinde, danach wurde er Eigentum der Kirchengemeinde Reinbek. Die kleine Glocke im hölzernen Turm seitlich der Kapelle hing ursprünglich in der Maria-Magdalenen-Kirche. Sie stammt aus dem Jahre 1901 und musste als einzige Reinbeker Glocke in Kriegszeiten nicht zum Einschmelzen abgegeben werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte die Kirchengemeinde Reinbek ein beträchtliches Stück Land zur Erweiterung des Friedhofs vom Gut Schaumann hinzu. Auch die Verstorbenen der Kirchengemeinden Glinde, Schönningstedt, Neuschönningstedt, Ohe und Wentorf wurden bis zur Errichtung eigener Friedhöfe in Reinbek bestattet.

Die Gemeinde Schönningstedt konnte 1970 eine Fläche im westlichen Teil der Oher Tannen erwerben und hier - in Neuschönningstedt - einen Friedhof einrichten. Die Bäume wurden behutsam gerodet, so dass ein Waldfriedhof geschaffen werden konnte. Eine Fläche wurde anonymen Bestattungen vorbehalten. 1977 übernahm die Kirchengemeinde Reinbek‑Mitte auch die Verwaltung für diesen Friedhof.